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Tag der offenen Tür
16.11.2009 & 18.01.2010, jeweils 14-16 Uhr
Juni 2009
Ein Bett im Wald
Kinderhaus Mettmann e.V. veranstaltet Waldwoche
Man nehme eine Plane, knote kräftige Seile daran und hänge das Ganze zwischen zwei Bäume - fertig ist die Hängematte. So lässt es sich herrlich schaukeln im Wald, den Blick himmelwärts, das frühlingsgrüne Blätterdach vor den Augen. „Abenteuer Natur“ war das Motto der diesjährigen Waldwoche im Montessori-Kinderhaus Mettmann. Fünf Tage lang, vom 25. bis 29. Mai, waren die 26 Kinder mit drei Erzieherinnen im Mettmanner Stadtwald unterwegs und erkundeten auf vielerlei Weise die Natur.
Treffpunkt Spielplatz am frühen Morgen, jeder sucht sich einen Partner und dann geht es Hand in Hand mit Proviant, Regenkleidung und Vorfreude im Gepäck den Hügel runter, über die Brücke, den Hügel hinauf durch den Wald. „Ich sehe was!“, ruft ein Kind. „Was? Was?“, rufen die anderen. Und dann sehen sie es auch. Vor ihnen, zwischen all dem Grün und Braun der Pflanzen tanzen bunte Farben im Wind, wie Farbkleckse, die ein Maler dort hinterlassen hat. Es sind Papierstreifen, die an Netzen über einer kleinen Lichtung flattern. Das ist der Platz für das große Frühstückspicknick zum Abschluss der Waldwoche. Alle setzen sich in einen großen Kreis und dann gibt es Aprikosen und Gurken und Radieschen und Kekse. Und Ameisenkuchen. Ameisenkuchen? Ein paar Kinder zögern. „Keine Ameisen. Das sind doch nur Schokostreusel!“, ruft das Mädchen, dessen Mutter den Kuchen gebacken hat.
Ausflüge in den Wald gehören zum festen Programm des Kinderhauses, dennoch sei die Waldwoche für Kinder und Erzieherinnen jedes Mal wieder ein besonders intensives Erlebnis, sagt Yvonne Bremicker, die Leiterin des Kinderhauses. „Die Kinder waren so voller Bewegungsfreude. Am ersten Tag sind sie fast nur gerannt.“ Mit den Tagen habe die Energie aber deutlich nachgelassen. Die Eindrücke und die vielen Stunden an der Luft machen eben müde. „Die Kinder sollen spüren, wie sie an Grenzen kommen und lernen, diese dann auch zu überwinden“, sagt Yvonne Bremicker. Ihr ist es wichtig, keinen „Wald-Event“, keine organisierte Freizeit zu bieten, sondern mit den Kindern gemeinsam die Natur zu erkunden und zu erforschen. So haben die Kinder Tiere beobachtet, manchmal auch angefasst oder mit Hilfe von Becherlupen genauestens betrachtet. Gemeinsam mit Erzieherinnen und Eltern haben sie Hängematten, Schaukeln und ein Blätterbett gebaut. Auch haben sie kleine Mutproben bestanden: Jacke zu, Kapuze auf, Hände in die Ärmel, und so durch Brennnesseln gehen.
Was den Kindern am Besten gefallen hat? „Schnitzen“, sagt Niklas und schiebt sich ein Stück Ameisenkuchen in den Mund. „Schnitzen“, sagt Charlotte. „Schnitzen“, sagt Laura. „Schnitzen war der Renner“, lacht Erzieherin Petra Zwickl. „Unter Aufsicht haben die Kinder Äste mit Taschenmessern bearbeitet, wirklich stundenlang. Und ich war die Schnitzlehrerin – so haben sie mich genannt.“
Viele Kinder sind fertig mit ihrem Frühstück, sie sammeln Äste, spielen Verstecken, lassen es Blätter regnen. Leo lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und schält weiter konzentriert sein hart gekochtes Ei. „Fertig“, sagt er schließlich und hält es hoch. Es flutscht ihm aus den Fingern und kullert den kleinen Hügel runter. Er läuft ihm nach und betrachtet es fasziniert, sein mit Waldboden paniertes Ei.
(Petra Postert)
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